Heimat-Jahrbuch 2005

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Alte Pfalz e.V.
Der Förderverein feierte sein 25-jÀhriges JubilÀum (1979-2004)
Von Dieter Ziob

Der Förderverein „Alte Pfalz e.V.“ DĂŒsseldorf-Kaiserswerth wurde am 14. Juni 1979 gegrĂŒndet. Der erste Vorsitzende des Ver­eins, Rechtsanwalt Helmut Cornelius, hob den Verein aus der Taufe, um die anstehenden Kulturtage des Stadt­bezirks 5 zu organisieren. Diese Kulturveranstaltung gelang ihm mit großem Erfolg. Nach dem RĂŒcktritt von Helmut Cornelius im MĂ€rz 1999 habe ich mich gefreut, den Vorsitz ĂŒbernehmen zu dĂŒr­fen. Bis zum 10. August des Jahres stand Herr Cornelius mir noch als Stellvertreter zur VerfĂŒgung, dann bilde­te sich der neue Vorstand mit Frau Dr. Wedi-Pascha als meine Stellvertre­terin und Herrn Werner Jacob als SchriftfĂŒhrer. ZunĂ€chst erarbeiteten wir eine neue Satzung, die den neuen Vereinszweck hervorhob:
1. Pflege und Erhalt der Kaiserpfalz
2. DurchfĂŒhrung kultureller Veranstaltungen in der Kaiserpfalz
3. Geschichtliche Aufarbeitung des Baudenkmals Kaiserpfalz
Die Kaiserpfalz aus dem 12. Jahrhundert sowie bereits der VorgĂ€ngerbau, die salische Pfalz aus dem 11. Jahrhun­dert, sind eingebunden in die europĂ€ische Geschichte. Die EntfĂŒhrung des 12-jĂ€hrigen salischen Königs Heinrich IV. durch den Kölner Erzbischof Anno im Jahre 1062, die Verlegung des Rheinzolls von Tiel in Holland nach Kaisers­werth 1174 und die FĂŒrstenversammlung in Kaiserswerth 1193 fal­len in diese Zeit, um nur einige Ereignisse zu nennen. Ebenso wie nach außen prĂ€gte die Pfalz das Leben innerhalb Kaiserswerths, z.B. die Er­hebung zur Freien Reichsstadt 1181 und das AufblĂŒhen von Handel und Gewerbe mit dem Aus­bau der Marktsiedlung im gleichen Jahr.

Selbst als die Pfalz seit Mitte des 13. Jahrhunderts mehrfach an rheinische FĂŒrsten verpfĂ€ndet wurde und 1689 sowie 1702 in kriegerische Verwicklungen der französischen Hegemonialpolitik geriet, blieb sie immer ein im­posantes und bedeutendes Bauwerk. Als die Kaiserpfalz 1702 gesprengt wurde, bedienten sich die BĂŒrger Kai­serswerths an dem großen Steinmaterial, um ihre zerstörten HĂ€user aufzubauen. Selbst heute noch besteht die Rheinmauer in Kaiserswerth zu einem großen Teil aus Gesteinsblöcken der ehemaligen Kaiserpfalz. Welch eine Geschichte in unserer Stadt!

Der Denkmalpfleger Gerd Mania hatte von 1998 bis 2002 die Kaiserpfalz umfangreich restauriert. Dabei wurde ihr Mauerwerk befestigt und Gestein, das herabzustĂŒrzen drohte, verankert. Der Torstein, der ehemals in der Mitte des GelĂ€ndes stand, erhielt einen wetterfesten Standort. Zudem wurden HandlĂ€ufe angebracht und BĂ€n­ke fĂŒr die Besucher aufgestellt. Der Förderverein Alte Pfalz hatte wĂ€hrend dieser Zeit die Restaurierungsarbeiten an der Kaiserpfalz finanziell und ideell eng begleitet.

Am 30. Juni 2002 konnte die Kaiserpfalz schließlich nach langjĂ€hrigen Sicherungs- und Erneuerungsarbeiten der Öffentlichkeit wieder zugĂ€nglich gemacht werden. Die Pfalz ist geöffnet von Karfreitag bis zum 31. Oktober eines jeden Jahres. Der Förderverein bietet regelmĂ€ĂŸige FĂŒhrungen an, an jedem 1. Sonntag im Monat um 15 Uhr.

Als bewusstseinsbildende Maßnahme erarbeitete der Verein bereits Anfang 2000 eine BroschĂŒre ĂŒber die Ge­schichte der Kaiserpfalz in deutscher und englischer Sprache. Zwei Jahre spĂ€ter, im August 2001, konnte mit finanzieller UnterstĂŒtzung der NRW-Stiftung ein anschaulicher Lehrpfad in der Kaiserpfalz installiert werden. Das Ziel war es, dem interessierten Besucher die Geschichte der Kaiserpfalz nĂ€her zu bringen. Die Illuminierung der Ruine erfolgte im Oktober des gleichen Jahres. Eine ganze Nacht haben Spezialisten der Stadtwerke DĂŒssel­dorf im Beisein von Vertretern der Denkmalbehörde, des Heimat- und BĂŒrgervereins Kaiserswerth und unseres Vorstandes eine wirkungsvolle Beleuchtung erprobt. Die Beleuchtung sollte die Ruine in ein mystisches Licht tauchen.

Die Veranstaltungsreihe „Kultur in der Kaiserpfalz“ fand erstmals im Sommer 2002 statt. Wir hatten uns bemĂŒht, ein anspruchsvolles Programm fĂŒr drei aufeinander folgende Tage im Rahmen der EuropĂ€ischen Gartenschau „Eu­roga 2002“ zusammenzustellen. Das Orchester der Landesregierung fĂŒhrte „Carmina Burana“ von Carl Orff in diesem historischen GemĂ€uer auf. Am nĂ€chsten Abend standen die Damen Schiffer & Beckmann mit ihrem KabarettstĂŒck „Geht Spielen“ auf der BĂŒhne. Den Abschluss der Veranstaltungen bildete am Sonntag ein Jazz-Kon­zert, welches in erster Linie von der „Black River Jazz Band“ unter der Leitung von Bruno Bauer gestaltet wurde.

Im Sommer 2003 stand bei der Veranstaltung „Kultur in der Kaiserpfalz“ ein „Kriminelles Treffen“ auf dem Pro­gramm, mit Lesungen der Autoren Horst Eckert und Rebecca GablĂ©. Die Cellistin Dunja Djember untermalte die­sen Abend sehr eindrucksvoll mit improvisierter Musik. Ein Opernabend unter dem Motto „Liebe, Tod und Leidenschaft“ mit Mitwirkenden der Deutschen Oper am Rhein war ein weiterer Höhepunkt. Ein offenes Jazz-Konzert mit der „Black River Jazz Band“ sowie der „Riverboat-Jazzband“ runde­te am Sonntag die Kulturtage ab und zog wieder viele interessierte Besucher in die Kaiser­pfalz. Einige Wochen spĂ€ter, im Juli 2003, begeisterte das Heeresmusikkorps 7 der Bundes­wehr unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Lieder mit einem bunten Konzert das Publikum.

Auch 2004 fanden wieder Kulturtage in der Kaiserpfalz statt - und zwar ĂŒber vier Tage vom 15. bis 18. Juli. Die Veranstaltungsreihe wurde mit einem Open-Air-Jugendkonzert der Big Band und Dance Company des Theodor-Fliedner-Gymnasiums eröffnet. Es folgte eine Filmnacht „Shakespeare in Love“. Am 3. Abend stand ein großes Opern- und Operettenkonzert mit KĂŒnstlern der Deutschen Oper am Rhein auf dem Programm unter dem Motto „Auf den FlĂŒgeln des Gesangs“. „Jazz in der Kaiserpfalz“ mit der Black River Jazz Band, dem Ali Claudi Trio und der Atlanta Jazzband bildeten den Abschluss.

Der Förderverein Alte Pfalz möchte weiterhin neues Leben in die Kai­serpfalz zurĂŒck- und den DĂŒsseldorfer BĂŒrgern und BĂŒrgerinnen die Bedeutung der Kaiserpfalz nĂ€her bringen. Wir haben viele Ideen und PlĂ€ne im Bereich der kulturellen Veranstaltungen und der geschicht­lichen Erkundung der Kaiserpfalz. Als Förderverein sind wir dabei auf Ihre Mithilfe, sei es in Form von Ideen, Spenden oder bewusstseins­bildenden Maßnahmen angewiesen. Werden Sie auch Mitglied des Fördervereins!

Dieter Ziob

Förderverein Alte Pfalz e.V.
Dieter Ziob, Vorsitzender ▪ Dr. Beatrix Wedi-Pascha, stellvertretende Vorsitzende ▪ Werner Jacob, SchriftfĂŒhrer ▪ Anschrift: Bezirksverwaltungsstelle 5 (Rathaus), Kaiserswerther Markt 23 , 40489 DĂŒsseldorf ▪ Mitgliedsbeitrag: 20 € pro Jahr ▪ Konto: Stadtsparkasse DĂŒsseldorf, Kontonummer: 24 035 040, Bankleitzahl: 300 501 10.