Heimat-Jahrbuch 2007

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Zwei Neubaugebiete in Wittlaer genehmigt
BebauungsplĂ€ne „Kaldenberger Hof” und „Am Kehrbesen” rechtskrĂ€ftig
Von Ruth Orzessek-Kruppa

Im Juli 2006 wurden zwei BebauungsplĂ€ne rechtskrĂ€ftig, die das vorhandene qualitativ hochwertige Wohnangebot Wittlaers in standortgemĂ€ĂŸer und nachfragegerechter Weise ergĂ€nzen.

Kaldenberger Hof Das Plangebiet des Bebauungsplanes Nr. 5286/03 - Kaldenberger Hof - liegt sĂŒdlich der Einbrunger Straße und östlich der Stadtbahnlinie U79 am Rande des Landschaftsschutzgebietes Schwarzbachaue. Mit dem Bebauungsplan wird die planungsrechtliche Grundlage fĂŒr die Sanierung und den Umbau des Denkmals Kaldenberger Hof - einem ehemaligen Gutshof - in Wohnungen und BĂŒronutzungen geschaffen. Weiterhin sind zur Abrundung der SiedlungsrĂ€nder Alt-Einbrungens sowie zur ErgĂ€nzung des Angebotes an freistehenden hochwertigen EinfamilienhĂ€usern in besonderer Lage insgesamt acht EinfamilienhĂ€user vorgesehen. Die Belange des Landschafts- und Denkmalschutzes erforderten ein besonders sorgfĂ€ltiges EinfĂŒgen der neuen EinfamilienhĂ€user, aber auch der fĂŒr die Umnutzung des Gutshofes zum Wohnen erforderlichen StellplĂ€tze. Die Stellplatzanlage fĂŒr die Hofanlage wurde unmittelbar an die Einbrunger Straße positioniert und durch Pflanzstreifen eingegrĂŒnt.

Von den acht EinfamilienhĂ€usern wurden fĂŒnf westlich des Hofes in lockerer Anordnung gruppiert. Die anderen drei wurden mit Abstand zum Hof und, durch Pflanzstreifen eingegrĂŒnt, am bestehenden östlichen Siedlungsrand angeordnet und definieren ihn neu. Hier konnte nach Einwendungen von Nachbarn im Rahmen der öffentlichen Auslegung zum Satzungsbeschluss noch eine Optimierung im Sinne der Nachbarschaft durch Verschiebung eines geplanten Baukörpers und Festsetzung einer zusĂ€tzlichen Abpflanzung erreicht werden.

Durch die Anordnung und EingrĂŒnung der Neubebauung wird das Kulturdenkmal „Rittergut Kaldenberg” von der Schwarzbachaue her weiterhin als freistehender Baukörper erlebbar bleiben; das Überschwemmungsgebiet des Schwarzbaches bleibt unberĂŒhrt. Die Umsetzung des Planes beginnt derzeit mit der Sanierung des ehemaligen Herrenhauses, anschließend werden die SeitenflĂŒgel denkmalgerecht um- und ausgebaut. Die EinfamilienhĂ€user beabsichtigt der EigentĂŒmer erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt zu realisieren.

Am Kehrbesen Mit der Realisierung des Bebauungsplanes Nr. 5187/016 - Am Kehrbesen - wird im Stadtgrundriss eine LĂŒcke zwischen Wittlaer und Einbrungen durch ein neues Einfamilienhausgebiet geschlossen. Im SĂŒden des Plangebietes befindet sich der Stadtbahnhaltepunkt, mit dem FahrgĂ€ste in 23 Fahrminuten die DĂŒsseldorfer City erreichen können. Im Norden schließt sich die offene Niederrhein-Landschaft an. Diesen Merkmalen Rechnung tragend wurde das Gebiet in seiner Dichte gegliedert: Im Norden freistehende EinfamilienhĂ€user, im SĂŒden am Haltepunkt eine eher kompaktere maximal zweigeschossige Bebauung, die neben dem Wohnen auch der Aufnahme das Wohnen ergĂ€nzender Nutzungen (z. B. LĂ€den kleiner als 350 mÂČ, Praxen, Dienstleistungsbetriebe wie Frisör, Reinigung usw.) dienen kann.

Die Duisburger Landstraße/B 8 im Westen und die Stadtbahnlinie U 79 im Osten stellen auf der einen Seite eine hervorragende Verkehrsanbindung des Plangebietes dar. Auf der anderen Seite resultieren aus ihnen die wesentlichen Probleme des Bebauungsplanverfahrens, denn sie erfordern auf beiden Seiten des Plangebietes Schallschutzvorkehrungen. Mit Blick auf den sukzessiv weiter vorangetriebenen Weiterbau der B 8n war insbesondere die im Bebauungsplan zur Duisburger Landstraße festgesetzte LĂ€rmschutzeinrichtung von Beginn des Planverfahrens an höchst umstritten. Trotz mehrfachen und intensiven Hinterfragens musste ihre Erforderlichkeit bestĂ€tigt werden. Zum einen ist zum heutigen Zeitpunkt der LĂŒckenschluss zur A 59 rechtlich noch nicht gesichert, zum anderen wird der LĂŒckenschluss zwar eine deutliche Entlastung der Duisburger Landstraße bewirken, sie wird jedoch eine Haupterschließungsstraße bleiben. Um den QualitĂ€tsansprĂŒchen der geplanten Einfamilienhausbebauung auch im Außenraum Rechnung zu tragen, wird ein Schutz der Gartenbereiche auch dann noch notwendig sein.

Vor diesem Hintergrund musste im Bebauungsplan eine LĂ€rmschutzeinrichtung festgesetzt werden und fĂŒr die Stadtplanung galt es, eine dem Standort angemessene Lösung zu finden. Die ausgewĂ€hlte Lösung greift Heckenstrukturen von der gegenĂŒber liegenden Straßenseite auf und ist eine beidseitig begrĂŒnte mit Erde gefĂŒllte Stahl-Konstruktion, die nach Anwachsen die Optik einer Efeuhecke bietet und - wie die realisierten Beispiele aus Neuss und Hilden zeigen - nicht als kĂŒnstliche Konstruktion wahrgenommen wird. Durch ihren Aufbau ist sie schallabsorbierend, so dass Schallreflektionen vermieden und zudem keine dauerhafte Basis fĂŒr Graffitis geboten wird. Durch die davor erhaltene Baumreihe und eine ergĂ€nzende Bepflanzung mit anderen Rankpflanzen wird kein monotoner Eindruck entstehen.

Der stĂ€dtebauliche Entwurf beinhaltet ca. 160 Wohneinheiten (WE), ĂŒberwiegend in Form von DoppelhĂ€usern, ergĂ€nzt durch freistehende EinfamilienhĂ€user und wenige Reihenhausgruppen. Durch die Festsetzung von MindestgrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸen kann einer spĂ€teren unzumutbaren Nachverdichtung wirksam begegnet werden. Das Gebiet wird durch zwei öffentliche GrĂŒnflĂ€chen - die eine mehr Parkanlage, die andere Spielplatz - gegliedert und durch eine KindertagesstĂ€tte (Kita) familiengerecht vervollstĂ€ndigt. Die Erschließungsmaßnahmen haben bereits begonnen und die Vermarktung des Gebietes lĂ€uft hervorragend an.

Mit diesen beiden Baugebieten wird die Siedlungsentwicklung Wittlaers abgerundet.